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Betonrohrfalle selber bauen oder kaufen? Ein ehrlicher Vergleich

26. Oktober 2026
5 Min. Lesezeit
Praxiswissen
Betonrohrfalle selber bauen oder kaufen? Ein ehrlicher Vergleich - Titelbild

Im Internet finden sich viele Anleitungen, eine Betonrohrfalle selbst zu bauen. Das ist grundsätzlich möglich – aber es steckt mehr dahinter als ein paar Rohre. Hier ein ehrlicher Überblick, was eine Falle braucht, wo die Tücken liegen und wann sich welcher Weg lohnt.

Was eine funktionierende Betonrohrfalle braucht

  • Mehrere Betonrohre – meine Falle besteht aus fünf Rohren und ist aufgebaut gut fünf Meter lang.
  • Ein zuverlässiges Auslösesystem, das bei Regen, Frost und Hitze sicher auslöst – und nicht von selbst.
  • Zwei Verschlussklappen, die sicher schließen und sich vom gefangenen Tier nicht aufdrücken lassen.
  • Einen Köderschacht zum Beködern und Kontrollieren.
  • Einen sauberen Einbau: flacher Graben, Blechstreifen unter den Klappen, Erde in den Endrohren für einen natürlichen Einlauf.

Die Vorschriften gelten auch für Eigenbauten

Wer eine Falle selbst baut, ist selbst dafür verantwortlich, dass sie den Vorschriften entspricht. In Bayern regelt das § 12a AVBayJG:

  • Die Falle muss so beschaffen sein, dass eine Verletzung des gefangenen Tieres ausgeschlossen ist.
  • Röhrenfallen für Tiere ab Fuchsgröße müssen mindestens 130 cm lang sein und mindestens 25 cm Durchmesser haben.
  • Die Falle soll dem Tier möglichst wenig Sicht nach außen bieten.

Andere Bauarten kann die Jagdbehörde nur ausnahmsweise zulassen. Und unabhängig von der Falle gilt: Fallenjagd setzt in Bayern den Nachweis der Sachkunde voraus (Art. 29a BayJG). Andere Bundesländer haben eigene Regeln.

Selber bauen: Vor- und Nachteile

Dafür spricht:

  • Die Materialkosten können niedriger sein.
  • Wer gern baut und eine Werkstatt hat, hat Spaß an dem Projekt.

Dagegen spricht:

  • Aufwand und Werkzeug: Beton schneiden (Trennschleifer, viel Staub), Klappen und Führungen aus Metall anfertigen, alles passgenau montieren.
  • Fehlerrisiko: Ein Auslösesystem, das hakt oder zu früh auslöst, kostet Fangerfolg. Klappen, die nicht sicher schließen oder an denen sich ein Tier verletzen kann, sind tierschutzwidrig.
  • Ausprobieren kostet Zeit: Bis eine Eigenkonstruktion zuverlässig funktioniert, vergehen oft mehrere Anläufe.

Der Mittelweg: Systemrohr kaufen, Rohre selbst besorgen

Genau so ist meine Betonrohrfalle aufgebaut. Sie bekommen von mir das Systemrohr – also das Betonrohr mit ausgeschnittenem Köderschacht und fertig vormontiertem Auslösesystem – plus die zwei Verlängerungen mit den Verschlussklappen und die Gewindestangen. Die übrigen vier Betonrohre im gleichen Durchmesser kaufen Sie bei einem Baustoffhändler in Ihrer Nähe.

So kombinieren Sie das Beste aus beiden Welten: Der technisch anspruchsvolle Teil ist fertig und praxiserprobt, die schweren Standardrohre müssen nicht quer durchs Land transportiert werden. Mit der bebilderten Aufbauanleitung und dem Video ist die Falle in neun Schritten eingebaut – am besten zu zweit.

Was kostet das?

  • Systemrohr mit Zubehör: 260 € (Ø 25 cm) oder 280 € (Ø 30 cm) – siehe Produktseite
  • Vier Betonrohre: beim Baustoffhändler – die Preise unterscheiden sich je nach Region und Hersteller, am besten vorher anfragen.
  • Versand: per Spedition (siehe Versandkosten) oder kostenlose Abholung in Abensberg.

Fazit

Wer handwerklich sehr geübt ist, Zeit hat und die Vorschriften genau kennt, kann eine Betonrohrfalle selbst bauen. Wer eine Falle möchte, die vom ersten Tag an zuverlässig funktioniert, ist mit einem fertigen Systemrohr besser beraten – und spart sich viel Ausprobieren. Bei Fragen rufen Sie mich gern an.

Quellen

Stand: Oktober 2026. Jagdrecht ist Landesrecht – maßgeblich sind die Vorschriften Ihres Bundeslandes. Dieser Artikel ersetzt keine Rechtsberatung.

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