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Fuchs fangen mit der Lebendfalle – Fangplatz, Köder und Recht

26. Oktober 2026
5 Min. Lesezeit
Praxiswissen
Fuchs fangen mit der Lebendfalle – Fangplatz, Köder und Recht - Titelbild

Der Fuchs ist der häufigste Beutegreifer in unseren Revieren – und für Bodenbrüter wie Rebhuhn oder Kiebitz oft der größte Gegenspieler. Die Fangjagd mit der Lebendfalle ist eine der wirksamsten und zugleich schonendsten Methoden, ihn zu bejagen. Hier erfahren Sie, worauf es ankommt.

Welche Falle eignet sich für den Fuchs?

Für den Fuchs haben sich Röhrenfallen bewährt – allen voran die Betonrohrfalle. Der Grund: Für das Raubwild wirkt die Röhre wie ein natürlicher Durchgang auf seinem Wechsel. Kastenfallen aus Metall oder Holz sind mobiler, werden aber häufig vorsichtiger angenommen.

Wichtig sind die Mindestmaße. In Bayern schreibt § 12a AVBayJG für Tiere ab Fuchsgröße vor:

  • Röhrenfalle: mindestens 130 cm lang, mindestens 25 cm Durchmesser
  • Kastenfalle: mindestens 130 cm lang, 25 cm breit und 25 cm hoch

Außerdem muss jede Lebendfalle so gebaut sein, dass sich das gefangene Tier nicht verletzen kann, und möglichst wenig Sicht nach außen bieten. Meine Betonrohrfalle mit 25 oder 30 cm Durchmesser und gut fünf Metern Gesamtlänge erfüllt diese Vorgaben.

Der richtige Fangplatz

Der Standort entscheidet über den Erfolg. Füchse folgen gern Leitlinien in der Landschaft:

  • Heckenränder und Feldraine im offenen Feld
  • Bachläufe, Gräben und Schilfstreifen
  • Übergänge zwischen Deckung und offener Fläche

Im Wald ist der Fangerfolg erfahrungsgemäß geringer, weil Raubwild dort vorsichtiger ist. Bevor Sie eine Falle fest einbauen, lohnt sich eine Wildkamera: Nach ein paar Wochen sehen Sie, ob und wann der Fuchs dort tatsächlich wechselt.

Achten Sie beim Einbau auf die Windrichtung – der Ködergeruch soll dorthin ziehen, wo das Raubwild wechselt. Und halten Sie die Zugänge offen: Ein sauber geschnittener Fallenpass (etwa 60–70 cm breit, 20–30 m lang, zweimal im Jahr freigeschnitten) erhöht die Annahme deutlich. Mehr dazu im Artikel Fallenpässe.

Köder, die funktionieren

  • Frolic-Köderringe – am besten in der Falle aufgehängt
  • Rohe Eier – im Sommer zwei Stück, eines davon leicht angeschlagen
  • Schraubgläser mit Köder – Deckel von innen nach außen durchschlagen, das schützt vor Schnecken
  • In der Ranzzeit wirkt der Blaseninhalt einer ranzigen Fähe besonders gut

Entscheidend ist die Regelmäßigkeit: Etwa alle 14 Tage nachködern, damit der Fangplatz dauerhaft interessant bleibt. Ausführlich im Artikel Köderung der Betonrohrfalle.

Was rechtlich gilt (Beispiel Bayern)

  • Jagdzeit: Füchse dürfen in Bayern ganzjährig bejagt werden (§ 19 AVBayJG).
  • Elterntierschutz: In den Setz- und Brutzeiten dürfen die für die Aufzucht notwendigen Elterntiere nicht bejagt werden (§ 22 Abs. 4 BJagdG). Hier zeigt sich der große Vorteil der Lebendfalle: Ein Elterntier kann unversehrt wieder freigelassen werden.
  • Sachkunde: Fallenjagd darf in Bayern nur ausüben, wer die erforderlichen Kenntnisse nachweist (Art. 29a BayJG). Bis Ende 2026 geschieht das über den Fallenlehrgang, ab 2027 ist die Fallenkunde Teil der Jägerprüfung.
  • Kontrolle: Fängisch gestellte Lebendfallen sind täglich einmal am Morgen zu kontrollieren (§ 12a Abs. 4 AVBayJG).
  • Mit Fangmelder: Die tägliche Kontrolle entfällt, wenn ein elektronischer Fangmelder betriebssicher ist, einen Fang sofort meldet und mindestens einmal täglich geprüft wird oder sich selbst prüft. Nach einer Fangmeldung ist die Falle unverzüglich zu kontrollieren.

In anderen Bundesländern gelten teils andere Kontrollzeiten und Regeln – eine Übersicht bietet der Deutsche Jagdverband (siehe Quellen).

Die sichere Entnahme

Ist ein Fuchs gefangen, kommt der Abfangkasten am Ausgang der Falle zum Einsatz. Mit der Schubstange leiten Sie das Tier ruhig hinein, ohne selbst in Reichweite zu kommen. Wie das in der Praxis aussieht, zeige ich im Video Raubwild-Entnahme.

Fazit

Ein guter Fangplatz an einer Leitlinie, ein offener Pass, regelmäßiges Ködern und eine Falle in ausreichender Größe – dann stellen sich Fangerfolge beim Fuchs ein. Ein Fallenmelder spart dabei viele Kontrollfahrten. Bei Fragen zu Ihrem Revier rufen Sie mich gern an.

Quellen

Stand: Oktober 2026. Jagdrecht ist Landesrecht – maßgeblich sind die Vorschriften Ihres Bundeslandes. Dieser Artikel ersetzt keine Rechtsberatung.

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